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Empathen – was ihnen guttut

Viele – wenn auch nicht alle – hochsensible Menschen sind ausgesprochen empathisch. Als Empathen bezeichnet man Menschen, die die Emotionen und auch das körperliche Befinden ihrer Mitmenschen sehr deutlich spüren und unwillkürlich mitempfinden. Oft finden sie es schwierig zu unterscheiden, welche Empfindungen und Emotionen aus ihnen selbst stammen und welche sie von anderen Menschen übernommen haben.
In der letzten Zeit, während dieser Pandemie haben besonders viele Menschen mehr Unsicherheiten, Ängste und Sorgen; viele grübeln über die Zukunft, haben finanzielle Sorgen und vieles mehr. Das ist für empathische Personen eine große Herausforderung, weil sie vieles ungefiltert aufnehmen. Für viele ist es eine gefühlte Überforderung. Manche fühlen sich regelmäßig fast „erschlagen“ von vielen starken Gefühlen, eigenen und fremden.

Empathen fühlen sehr viel, sehr oft, sehr intensiv. Eigentlich spüren sie die meiste Zeit sehr viel, besonders wenn sie unter Menschen sind. Das kann sie erschöpfen und bewirken, dass sie sich hilflos und ausgeliefert fühlen. Gelegentlich mündet das gar in eine Erschöpfungsdepression. Deshalb ist es so wichtig, wenn wir selbst Empathen sind, dass wir besonders gut auf unser Gleichgewicht achten. Und wenn wir selbst nicht besonders mitfühlend sind, aber wir mit einem Empathen befreundet sind oder zusammenleben, dann sollten wir auf diesen wertvollen und liebenswerten Mitmenschen Rücksicht nehmen. Wir müssen uns dann bemühen, dass wir sie nicht unbewusst ausnützen. Ihr offenes und berührbares Wesen verleitet manche Menschen leider dazu.

Wenn empathische Menschen gut auf sich achten, dann können sie ihre Wahrnehmungen in vielen Bereichen sehr gut einsetzen, z.B. in heilenden Berufen, als Führungskräfte, oder ganz einfach als gute Freunde und Ratgeber. Sie können ganz besondere Kompetenzen entwickeln und diese auch langfristig einsetzen, wenn sie lernen, gut auf sich zu achten und auch klare Grenzen zu ziehen, wo es notwendig ist.

Was können Empathen nun konkret tun, um gut für sich zu sorgen?

  1. Gesunde Snacks

Weil empathische Menschen so viel fühlen, spüren und bedenken, laufen ihre Nerven oft auf Hochtouren. Diese hohe Aktivität verbraucht auch Ressourcen. Z.B. B-Vitamine, Magnesium und auch Zucker. Das Gehirn und die Nerven verbrauchen bei Anstrengung sehr viel Energie. Viele von uns spüren, wenn sie emotional erschöpft sind, das Bedürfnis nach einem Trostessen. Doch Vorsicht! Schokolade, Softdrinks, Pudding oder andere schnelle Kalorien spenden zwar kurzfristig Trost und Energie, sind jedoch teilweise Vitamin-Räuber. Widerstehen Sie daher gerade in emotional aufwühlenden Phasen der Versuchung nach dem schnellen Trostessen, und gönnen Sie sich stattdessen lieber Nahrungsmittel, die auch Ihren Nerven gute Nahrung bieten. Sie können sich immer einen kleinen Vorrat an Ihren Lieblings-Nüssen bereit halten. Auch Ihr Lieblings-Müsli mit wenig Zucker oder eine kräftige warme Suppe sind gute Quellen für neue Energie für Seele und Nerven. Achten Sie gerade in anstrengenden Situationen darauf, dass Ihr Blutzuckerspiegel einigermaßen stabil ist. Und vergessen Sie nicht aufs Trinken!

Bewegung, die Freude macht

Empathische Menschen sind oft weniger an Leistungssport interessiert, manche neigen sogar dazu, Sport zu vermeiden. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, die sehr guttun und zu ihrem Wesen passen. Für viele sind ein Spaziergang im Grünen und auch immer wieder eine anstrengendere Wanderung wahre Kraftquellen. Eine andere beliebte und heilsame Art, sich zu bewegen, ist für viele Hochsensible das Tanzen, sowohl zu zweit, in Gruppen, im Kreis, als auch allein. Nehmen Sie sich die Zeit!

Passende Entspannungstechniken finden und einüben

Es gibt eine Vielzahl an Entspannungstechniken, die Sie in Büchern und auch im Internet finden können. Suchen Sie sich ein, zwei schnelle Übungen aus, die Ihnen kurzfristig bei hoher Belastung helfen können. Der Trick ist, ein kleines gesundes Ritual zu finden, das Sie mit Sicherheit, Frieden und Freiheit assoziieren. (Die Betonung liegt auf „gesund“, denn die von Vielen dafür verwendete Zigarette ist ein Notnagel, den Sie sich gar nicht angwöhnen sollen. Das Gleiche gilt natürlich für Alkohol, der ebenfalls oft mit Freiheit und Freizeit assoziiert wird).
Besonders bewährt haben sich dafür kurz Atemübungen. Ruhiges regelmäßiges langsames Atmen beruhigt, besonders dann, wenn das Ausatmen länger dauert als das Einatmen. Das signalisiert dem Gehirn, dass alles in Ordnung ist. Sie können auch eine EMDR-Klopftechnik einüben, mentale Bilder verankern und vieles mehr.

Abgrenzen lernen

Wenn Sie sich nicht um Ihre Grenzen kümmern, so kann es sein, dass manche Mitmenschen Ihr Mitgefühl ausnutzen oder jedenfalls Ihnen zu nahe kommen und Sie stark belasten. Das führt dazu, dass viele empathische Menschen regelmäßig das Gefühl bekommen, ihren Mitmenschen helfen zu „müssen“, damit es ihnen selbst gut geht. Das hinwiederum führt mit der Zeit zu Ärger und/oder Erschöpfung. Außerdem haben Sie das Recht, Ihre eigenen Lebensthemen zu verfolgen, sich selbst glücklich zu machen und nicht immer zuerst auf die anderen achten zu „müssen“. Denken Sie daran, dass Ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche genauso wichtig sind wie die Ihrer Mitmenschen.
Wenn Sie sich mehr mit dem Thema „Liebevoll Grenzen setzen“ befassen möchten, so können Sie hier weiterlesen.

Hochsensible Empathen haben ihrer Umwelt sehr viel zu geben. Das funktioniert aber nur dann dauerhaft, wenn es ihnen selbst gut geht, wenn sie auf ihren Körper, ihre Nerven und besonders auf ihr Herz gut achten.

Liebevolle Grüße,
Carina

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