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Die Wahl der richtigen Schule für hochsensible Kinder

Jetzt ist die Zeit, wo viele Eltern im deutschsprachigen Raum überlegen, an welcher Schule sie ihr Kind anmelden sollen. Immer wieder wenden sich Eltern an uns mit Fragen wegen Schultipps. Gerade hochsensible Eltern tun sich oft schwer mit diesen Entscheidungen. Deshalb haben wir uns gründlich umgehört und Erfahrungen zusammengetragen.

Es ist sehr hilfreich, wenn Sie sich rechtzeitig informieren, welche Möglichkeiten es in Ihrer Nähe gibt. Als Auskunftspersonen eignen sich besonders die Eltern aus Ihrer Kindergruppe, die bereits ältere Kinder an Schulen haben. Außerdem gibt es wertvolle Webseiten, die wir weiter unten vorstellen.

Eine vorzeitige Einschulung sollten Sie nur dann in Betracht ziehen, wenn Ihr Kind schon unbedingt in die Schule möchte, und wenn von schulpsychologischer Seite ganz eindeutig dafür plädiert wird. Denn auch wenn ein Kind intellektuell vielleicht überdurchschnittlich reif ist, so wird es wahrscheinlich emotional besser zurecht kommen, wenn es nicht das jüngste Kind im Klassenverband ist. Das gilt besonders für die Jahre der Pubertät.

Besonders für weiterführende Schulen gilt: Falls Ihr Kind spezielle Interessen und Begabungen hat, so ist es gerade für hochsensible Kinder sehr hilfreich, wenn Sie eine Schule mit einem entsprechenden Schwerpunkt finden. Dabei geht es weniger um Begabungsförderung, sondern einfach darum, dass Ihr Kind dann Gleichaltrige mit ähnlichen Interessen in der Klasse findet. Das ist besonders für hochsensible Kinder sehr wertvoll, weil es ihnen dann leichter fällt, sich „am richtigen Platz“ und verstanden zu fühlen. Hochsensible machen ohnehin oft die Erfahrung, anders als die Mehrheit zu sein, da tut es ihnen gut, wenn sie ein paar verwandte Seelen um sich haben, mit denen sie ihre Interessen teilen können.

Besonders möchte ich auf die Initiative „Schule im Aufbruch“ hinweisen. Das ist eine Initiative für mehr Potentialentfaltung unserer Kinder, für mehr Schulen, die die angeborene Begeisterung und Kreativität von Schülern erhalten und fördern. Auf den Webseiten finden Sie viele Anregungen und auch eine Schul-Landkarte, in der viele empfehlenswerte Schulen im Bundesgebiet zu finden sind.
Die Webseiten: www.schule-im-aufbruch.de und www.schule-im-aufbruch.at

Es lohnt sich auch, sich nach Schulen umzusehen, an denen nach Montessori-Prinzipien unterrichtet wird. Montessori-Pädagogik ist ein Konzept, bei dem viel offener Unterricht und Freiarbeit verwendet werden. Als Grundgedanke dient die Aufforderung „Hilf mir, es selbst zu tun“. Praktischen Erfahrungen wird ein hoher Stellenwert beigemessen. Die Begründerin, Maria Montessori, war der Ansicht, dass Kinder frei lernen sollten, ohne Belohnungen oder Strafen, sondern aus ihrer eigenen Motivation heraus. Webseiten dazu sind: www.montessori-deutschland.de und www.montessori.at sowie www.montessori-ams.ch

Falls zwei Schulen in der engeren Wahl sind, und Sie sich nicht entscheiden können, so empfiehlt es sich, die näher gelegene Schule zu wählen. Nicht nur wegen des kürzeren Schulwegs, sondern auch, weil die Chance dann größer ist, dass Ihr Kind mit Nachbarkindern in einer Klasse ist, was das Pflegen von Freundschaften sehr erleichtert. Ein kürzerer Schulweg bedeutet auch mehr unstrukturierte Freizeit, und diese ist für hochsensible Kinder besonders wertvoll und wichtig.

Wenn möglich, so lernen Sie den Lehrer/die Lehrerin bzw. einige Personen des Lehrkörpers kennen. Denn das pädagogische Konzept der Schule ist immer noch zweitrangig im Vergleich zu der Persönlichkeit des Lehrers/der Lehrerin. Allerdings ist an einer Schule mit ambitonierten Idealen und Konzepten die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch die Lehrer ambitioniert sind und sich gern weiterbilden und ihre Rolle reflektieren.

Und natürlich wird vielleicht Ihr Kind seine Wünsche kundtun, besonders wenn es mit Freunden oder Nachbarn gemeinsam in die Klasse gehen möchte. Das sollten Sie ernsthaft überlegen, aber es sollte nicht das einzige Kriterium sein. Jemanden zu kennen, kann in den ersten Tagen und Wochen sehr hilfreich sein, aber langfristig ist es wichtiger, dass die Schule zu den Interessen und dem Temperament des Kindes passt.

Herzliche Grüße!
Für das zartbesaitete Team zusammengefasst von
Liesi

P.S.: Falls Sie sich ausführlicher mit hochsensiblen Kindern im Schulalltag befassen möchten, so finden Sie in dem Buch von Britta Karres: „Komm raus, ich seh dich!“ viele wertvolle Anregungen und Beispiele.

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