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Stress, lass nach! Was uns hilft

Im letzten Blogbeitrag habe ich über meine ersten Versuche mit Ashwagandha (Schlafbeere) geschrieben. Inzwischen haben mich viele Zuschriften erreicht und viele Menschen haben über ihre Erfahrungen geschrieben. Das alles möchte ich in Ruhe zusammenfassen und in einem späteren Blogbeitrag veröffentlichen.  

Heute möchte ich hier über Stress allgemein schreiben, und welche Strategien uns zur Verfügung stehen, um damit gut umzugehen. Wir vom Verein haben schon viele Strategien zusammengetragen und möchten sie hier nach und nach vorstellen.

Stress ist eine natürliche körperliche Reaktion auf seelische oder körperliche Belastungen. „Stress“ ist im Alltag ein sehr vager Begriff. Soviel ich weiß, war Stress ursprünglich ein Begriff, der nur für äußere Belastungssituationen verwendet wurde, später wurde auch innere (psychologische) Anspannung als Stress bezeichnet. Es gibt inzwischen viele verschiedene Definitionen für Stress, aber Wissenschaftler und Psychologen konnten sich bis heute auf keine davon einigen. Auch im allgemeinen Sprachgebrauch ist der Begriff nicht eindeutig. „Ich habe Stress im Beruf“ kann heißen, dass gerade sehr viel zu tun ist, aber auch, dass gerade viel gestritten wird oder dass ich mich mit den Kollegen unwohl fühle. Oder vielleicht ist von außen betrachtet alles friedlich, aber ich selbst fühle mich innerlich angespannt, wenn ich in der Arbeit bin.

„Stress“ kann:

  • körperlich (chronische Schmerzen, Jucken, Extremsport, . . .)
  • oder seelisch/geistig (Sorgen, Kummer, Angst, . . )
  • oder äußerlich (Termindruck, Konflikte, . . .)

sein, und ist im Alltag oft eine Mischung davon. Es liegt nahe, dass je nach Person, aber auch je nach Ursache unterschiedliche Hilfsmittel oder Strategien hilfreich sein können.

Was auch immer der Grund für Stressgefühle ist, wenn wir uns längere Zeit gestresst fühlen, dann wird der Stress chronisch, das heißt, dass die Stresshormone in unserem Körper dauerhaft erhöht sind. Das führt dazu, dass wir schlechter schlafen und wir weniger kreativ und lebensfroh sind.

Das kann zu einer Negativspirale führen: Denn unser Körper baut die Stresshormone am besten im Schlaf ab. Aber wenn der gestört ist und die Stresshormone wie Cortisol immer mehr werden, dann fühlen wir uns nicht mehr wohl, sondern irgendwann erschöpft, überdreht und verzweifelt. (Ich kenne das leider aus eigener Erfahrung)

Oft ist es nicht möglich, Stress zu vermeiden. Wenn wir einen herausfordernden Beruf haben oder wenn wir Kinder oder kranke Verwandte zu betreuen haben, können wir uns nicht einfach nach Lust und Laune zurückziehen. Aber auch wenn wir es uns leisten können, mit wenig Arbeit und wenig Herausforderungen zu leben, ist das überhaupt kein Garant für ein stressfreies Leben, weil dann machen uns vielleicht Einsamkeit oder Leere oder gar ein Gefühl von Sinnlosigkeit zu schaffen. Es gibt viele Arbeitslose oder Pensionisten, die sich sehr gestresst fühlen.

Schon lange sammeln wir Ideen und Erfahrungsberichte, wie man die Negativentwicklung von Stress und Unwohlsein stoppen kann. Ein paar Strategien, (außer ausreichend Schlaf), die wir als hilfreich erlebt haben, sind:

  • Bestimmte Körperhaltungen – siehe den Blog- Artikel Körperübungen für seelisches Wohlbefinden
  • Zucker und Weißmehl meiden: Zucker und Weißmehl erhöhen schnell den Zuckerspiegel im Blut und in der Folge den Insulinspiegel. Das bedeutet Stress für den Körper. Langfristig erhöht das angeblich die Stresshormone im Körper.
  • Beruhigende Teesorten trinken wie Melisse oder Johanniskraut. Tipp: Hopfen!
  • Wenn Sie auf einen Muntermacher nicht verzichten wollen, dann statt Kaffee lieber Schwarztee trinken, oder noch besser Grüntee, und wenn schon Kaffee, dann aus biologischem Anbau. Weil geröstete Pestizide auch Stress für den Körper bedeuten.
  • Regelmäßig Nahrungsmittel essen, die viele Antioxidantien enthalten: Heidelbeeren, Bio-Äpfel samt Schale, Brokkoli, Vitamin C, Kurkuma, …
  • Nahrungsergänzungsmittel und Heilkräuter wie Ashwagandha oder Griffonia.
  • Beziehungen im Familien- und Freundeskreis pflegen. Je mehr soziale Unterstützung ein Mensch hat, desto geringer fällt sein Cortisolspiegel aus. Das ist wahrscheinlich deshalb so, weil der Körper das Hormon Oxytocin freisetzt, wenn wir sozialen Kontakt haben, und dieses Oxytocin mindert Angstzustände und hemmt die Bildung von Stresshormonen.
  • Entspannungsübungen: Autogenes Training, Achtsamkeitstraining (MBSR), Meditation
  • Bewegung und Sport, wenn sie Spaß machen, besonders tanzen, Schi fahren, Rad fahren oder laufen.
  • Zeit in der Natur verbringen. Studien haben gezeigt, dass schon zwanzig Minuten Zeit in der Natur die Stresshormone im Blut deutlich messbar reduziert. Das geschieht jedoch nur dann, wenn man bewusst in der Natur ist, im Hier und Jetzt, ohne gleichzeitig zu telefonieren oder zu lesen, sondern man die Natureindrücke bewusst in sich aufnimmt. Eine schöne Sache!
  • Arbeit am eigenen Selbst, Selbstliebe entwickeln – siehe auch den Beitrag Suchttendenzen, Scham und Hochsensibilität

In den nächsten Blogbeiträgen werden wir über die unterschiedlichen Erfahrungen mit Ashwagandha zusammenfassen, und auch ein schöner Beitrag über Selbstliebe ist bereits im Entstehen.

Ich danke allen, die uns über ihre Erfahrungen mit Ashwagandha geschrieben haben und wünsche euch eine schöne, freudevolle und entspannte Woche!

Herzliche Grüße,
Liesi

Ein Gedanke zu „Stress, lass nach! Was uns hilft

  1. Liebe Liesi,

    ich habe deine drei Einträge zu Ashwaganda und Hilfe bei Stress gelesen. Ich fühle mich durch den achtsamen Ton sehr angesprochen. Danke für diese authentischen Beiträge.
    Bestimmt hast du schon viel mehr geschrieben. Ich bin schon seit Jahren in eurem Verteiler. 2010 habe ich meine Hochsensibilität erstmals entdeckt. Es ging mir damals sehr schlecht, und es hat viele Jahre gedauert, dass ich heute sagen kann, ich bin damit im Reinen, weil mein Leben schön geworden ist, und ich mich vor allem endlich in Freundschaften und sozialen Beziehungsgeflechten ausreichend verbunden fühle. Ich habe da sehr viel Energie reingesteckt, und es sieht so aus, dass die ‚Sozialphobie’, diese enorme Verletzlichkeit, das Vermissen von Wärme und Verstehen im Umgang mit ‚normalen‘ Menschen, nicht mehr so im Vordergrund ist. Ich weiss mehr, wer ich bin, und kann die Wertschätzung meines Umfelds für mein Sein, die Qualitäten, die ohne Anstrengung in die Welt strahlen, spüren.
    Als ich 2010 zu euch gestossen bin, traute ich mich nicht hin. Es hiess, ‚wir sind hochsensibel und leiden nicht darunter‘… das war damals bei mir ganz und gar nicht so…
    Vielleicht gibts nun mal eine Gelegenheit für ein persönliches Kennenlernen!
    So wünsche ich dir und allen nun weiterhin eine gute Zeit, viel Freude und Kraft!

    Herzliche Grüsse

    Verena

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