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Ashwagandha – Schlafbeere – für Hochsensible

Hier beschreibe ich zum ersten Mal meinen Selbstversuch mit dem Wurzelpulver der Schlafbeere, im Sanskrit Ashwagandha genannt. Seit zwei Wochen nehme ich das Pulver.

Über die Schlafbeere:

Die Pflanze Ashwagandha ist eine der meistverwendeten Heilpflanzen in der ayurvedischen Medizin. Sie wird auch Winterkirsche genannt oder auch Indischer Ginseng. Die Pflanze enthält viele wirksame Inhaltsstoffe, unter anderem Alkaloide, und darf daher nicht beliebig hoch dosiert werden, weil es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann. Sie wird im Ayurveda bei zu hohem „Vata-Dosha“ verwendet und ist bei uns in Kapselform sowie als Pulver erhältlich.

Was ist „Vata“?

Vata, Pitta und Kapha – so heißen die drei Prinzipien (Doshas) im Ayurveda. Diese drei Wirkprinzipien sollten im Einklang sein, keines sollte allzu sehr überwiegen, denn sonst kommt es – laut ayurvedischer Medizin – zu Unregelmäßigkeiten, Befindlichkeitsstörungen oder Krankheiten.

Hochsensible werden oft dem Vata-Typ zugeordnet. Vata-Typen sind neugierig, aufmerksam, schnell zu begeistern, lärmempfindlich und frieren nicht gerne. Man sagt, dass Hochsensible oft zu viel Vata hätten. Folgen von zu viel Vata können sein: Nervosität, Tinnitus, Schlafstörungen, Rastlosigkeit, Verdauungs- und Gelenksbeschwerden und vieles mehr.

Wenn man sich im Internet zu Ashwagandha umsieht, so findet man fast nur Anzeigenwerbung und Webseiten von Händlern, die diese Pflanze anbieten. Aber keine Erfahrungsberichte, und außer auf Wikipedia keine Infos ohne kommerzielles Interesse. Deshalb habe ich mich entschlossen, den Selbstversuch zu machen und darüber zu schreiben.

Laut Wikipedia hat die Pflanze positive Effekte bei Schlafstörungen, bei männlicher Unfruchtbarkeit und es senkt den Stresslevel, genauer gesagt die Stresshormone im Blut. „Das klingt ja schon mal vielversprechend“ dachte ich mir, denn ich fühle mich oft gestresst und ich habe meine Probleme mit dem Schlafen. Es fällt mir zwar meistens leicht, einzuschlafen, aber nach ein paar Stunden wache ich auf und dann schlafe ich lange nicht mehr ein. In der Früh war ich oft verspannt und fühlte mich unwohl, weil ich mich so lange hin- und her gewälzt habe. Manchmal, wenn ich zu spät schlafen ging, wenn ich überdreht war, schlief ich auch gleich stundenlang nicht ein.

Erwartungsvoll kaufte ich mir einen Beutel Ashwagandha-Wurzel-Pulver aus biologischem Anbau. Vor zwei Wochen rührte ich mir zum ersten Mal einen halben Teelöffel davon in ein wenig Wasser an und trank es vor dem Schlafengehen. Die Mixtur schmeckt bitter, aber nicht unangenehm. Ich schlief 6,5 Stunden durch! So war es auch am zweiten und dritten Tag. Am vierten Abend schlief ich trotz des Pulvers wieder schlecht, was mich sehr enttäuschte. Rückblickend habe ich am Tag zuvor einiges gemacht, womit ich nicht zufrieden war und einiges unterlassen, was ich mir fest vorgenommen hatte. Kurz gesagt, ich hatte ein schlechtes Gewissen, das mich bis in den Schlaf verfolgt hat. Wie der Volksmund sagt: „Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“. Und ein schlechtes Gewissen raubt den Schlaf. Das hat auch die Schlafbeere nicht ändern können.

Seither nehme ich ein bisschen Pulver am Vormittag und mehr am Abend, insgesamt pro Tag nicht mehr als einen leicht gehäuften Teelöffel. Seither habe ich gut geschlafen. Ich fühle mich auch tagsüber ruhiger, obwohl ich weiterhin gerne Kaffee trinke. Es fällt mir leichter, das zu tun, was ich mir vorgenommen habe, ohne mich zu „verzetteln“ oder mich ablenken zu lassen. Meine Verspannungen spüre ich bewusster und es fällt mir dadurch leichter, die betreffenden Muskeln zu entspannen. Oft summe ich unwillkürlich vor mich hin aus lauter Lebensfreude, das habe ich in meiner Jugend oft gemacht, aber in den letzten stressigen Jahren nicht mehr.

Ich weiß nicht, ob das alles eine direkte Folge der Ashwagandha-Wurzel ist, oder eine indirekte Folge, weil ich nun gut ausgeschlafen bin. Oder auch nur Zufall. Die Ergebnisse sind jedenfalls so vielversprechend, dass ich das Pflanzenpulver eine Zeitlang weiter nehmen werde. In ein paar Wochen möchte ich euch hier im Blog wieder davon berichten.

Wenn ihr hochsensibel seid und selbst Ashwagandha verwendet habt, so wäre es großartig, wenn ihr uns eure Erfahrungen schreibt.

Viele herzliche Grüße,
Liesi

P.S.: Das Bild oben zeigt keine Schlafbeeren-Wurzel (weil ich kein urheberrechtlich unbedenkliches Bild gefunden habe), sondern Ingwer und Hagebutte.

11 Gedanken zu „Ashwagandha – Schlafbeere – für Hochsensible

  1. Hallo Liesi
    Danke für den Bericht. Ich würde mich auf ein Update freuen, es kann ja natürlich auch sein, dass hier der Placebo Effekt mitspielt. Der ist ja bekanntlich nicht zu unterschätzen 😉
    Liebe Grüsse
    Sonja

    1. Liebe Sonja, ja ich möchte meine mittelfristigen und langfristigen Erfahrungen auch schreiben. An den Placebo-Effekt habe ich auch gedacht. Aber ich habe schon einiges andere hoffnungsfroh ausprobiert: Melatonin (hilft mir für leichteres Einschlafen, aber nicht fürs Durchschlafen und nicht für das Wohlgefühl tagsüber), Baldrian (ähnlich wie Melatonin, aber es riecht nicht gut) und gelegentlich Schlaftabletten. Aber von denen halte ich mich lieber fern, wegen der Suchtgefahr. Ich habe jetzt feiertagsbedingt einen etwas geruhsameren Alltag, bin gespannt, wie es im Arbeitsalltag dann wirkt. Liebe Grüße! Liesi

  2. Liebe Liesi,

    Das hört sich ja vielversprechend an. Kenne auch das Durchschlafproblem. Ist auf jeden Fall ein Versuch wert. Danke für Deinen Bericht. Bin auf ein Update gespannt. Mich interessiert auch wie es sich mittelfristig auf die Stimmung auswirkt. Aber wie Du schon schreibst, gut ausgeschlafen geht man entspannter durch den Tag. Weiterhin viel Spass bei Deinem Selbstversuch. ☺

    Lieben Gruss
    Maria

  3. Ich nehme seit etwa 2 Monaten Ashwagandha. Fühle mich innerlich seither ganz ruhig und nicht mehr nervös. Auch meine Schlafqualität (ich hatte Einschlafprobleme) ist nun sehr gut. Ich habe allerdings vor knapp 4 Monaten auch meine Ernährung radikal umgestellt (nach Anthony William), und weiss nun nicht, was geholfen hat. Diese Ernährung ist ebenfalls HSPs sehr zu empfehlen.

    1. Hallo Maja, danke dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Mich würde auch interessieren, welche Menge du nimmst. Verwendest du auch Wurzelpulver? Oder Kapseln? Liebe Grüße! Liesi

  4. Vielen Dank, Liesi!
    Ich denke ich werde es auch mal ausprobieren. Ich habe ebenfalls vieles durch, seit frühester Kindheit eine sehr „empfindliche“ Schläferin. Früher Melatonin (was irgendwie gar nicht mehr wirkt), die Klassiker Baldrian und Hopfen sowieso. Wegen u. a. Epilepsie und der schlafstörenden Medikation dann jahrelang Schulmedizin. Seit 4 Jahren erfolgreich CBD-Öl (Cannabidiol, auch sehr bei HSP zu empfehlen!) und auch medizinisches Cannabis. Alles wirkt aber immer nur eine gewisse Zeit, dann muß ich wechseln, bzw „schaukeln“ wie ich es nenne. Ich behandel mich seit Anfang 2019 selbst mit Jin Shin Jyutsu (japanisches Heilströmen), seitdem finde ich schneller wieder in den Schlaf bzw schlafe schneller ein. Überhaupt eine wunderbare so einfache Methode, um sich zu erden und abzuschirmen. Ich werde berichten, welche Erfahrungen ich mit dem Ashwagandha-Pulver gemacht habe! Liebe Grüße. Bettina

  5. Sehr interessant. Mich würde auch die Langzeit-Wirkung interessieren. Ich schlafe seit der Geburt meiner Kinder (vor 7 Jahren) auch schlecht durch bzw. schlecht wieder ein.
    Ich bin ich gespannt auf deinen Langzeit-Bericht und die Erfahrungen im „normalen Alltag“. Ist doch etwas anderes, ob man gerade entspannt Ferien hat – oder der ganze Alltag über die Familie reinbricht und zu managen…

  6. Ich habe Ashwagandha (Pulver in Kapseln, hochdosiert mit 600 mg pro Kapsel) jetzt mehrfach versuchsweise genommen. Ich würde mich auch dem Vata-Typ zurechnen, habe große Probleme, abzuschalten von Dingen, die mich beschäftigen. Habe aber seit einigen Jahren immer wieder mit Antriebslosigkeit zu kämpfen, deren Ursachen in einer Depression liegen. Ich habe mir mehr Gelassenheit am Tag und besseres Einschlafen davon versprochen. Das letztere trifft auch zu; am Tag ist die Wirkung jedoch für mich geradezu katastrophal: jeder Antrieb ist dahin, ich könnte nur noch schlafen. Wirkt sich bei mir so verheerend aus, dass ich es auch nicht mit einer geringeren Dosierung versuchen werde. Ist leider nichts für mich!

    1. Hallo Julia, ich danke dir, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Bei mir wirkt es so, dass ich am Tag fröhlicher bin. Ich finde es hilfreich, besonders wenn wir etwas Neues ausprobrieren, wenn viele Menschen ihre Erfahrungen zusammentragen. Eine Frau schrieb mir per e-mail, dass Menschen mit „Nebennierenschwäche“ (ich weiß nicht, was das ist) mit Ashwagandha vorsichtig sein sollen, weil sie davon schlapp werden. Danke nochmal und alles Liebe! Liesi

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