Power-Therapien

Selbsthilfe mit Power-Therapien

Psychotherapie hat den schlechten Ruf, dass sich nur nennenswerte Heilungserfolge erzielen lassen mit zwei bis drei Sitzungen pro Woche für einige Jahre, und neben dem hohen Zeitaufwand wäre auch mit erheblichen Kosten zu rechnen. Während diese Richtwerte aus der klassischen Tiefenanalyse hergeleitet wurden, wo sie wohl auch noch gelten, wurden mit der Zeit immer effizientere Methoden entwickelt. Seit den 60-er Jahren gibt es Therapien die schon nach wenige Monaten der Behandlung wirken, und seit den 80-ern gibt schon es solche, die oft schon nach einigen Sitzungen verblüffende Ergebnisse zeigen. Während Letztere anfangs von der Fachwelt ignoriert wurden, so gibt es heute immer mehr Therapeuten und Therapeutinnen, die erfolgreich damit arbeiten. Auch gibt es laufend Neu- und Weiterentwicklungen, so dass inzwischen ein breites Repertoire an Power-Therapien zur Verfügung steht, um alle möglichen Zustände (z.B. Phobien) oft in wenigen Sitzungen erfolgreich zu beheben. Viele davon sind auch für die Selbstanwendung geeignet.

Einen Überblick über die existierenden Spielarten dieser neuen Therapien zu schaffen ist hier nicht unser Ziel, sondern wir wollen exemplarisch eine Technik kurz beschreiben und auf eine weitere hinweisen. Der Autor hat damit gute Erfahrungen gemacht, und nähere Informationen sind durch den Kauf eines Buches oder eine Internet-Recherche erhältlich.

Die Meridian-Therapien

Eine der verschiedenen Richtungen von Power-Therapien sind die sogenannten Meridian-Therapien. Die in Europa wohl bekannteste davon ist EFT, die Emotional Freedom Technique, wofür auf www.eft-info.com das Handbuch auf Deutsch zum kostenlosen Herunterladen bereitgestellt wird, das wir empfehlen.

Vorteile der Meridian-Therapien sind vor allem, dass sie sehr simpel von fast allen Menschen erfolgreich eingesetzt werden können, oft in verblüffend kurzer Zeit spürbare Ergebnisse bringen, und mit relativ wenig Schmerz ablaufen, ja, dass zugrunde liegende Trauma kann völlig unbekannt sein und bleiben. Nachteil sind, dass jede einzelne Technik nur für den Großteil der Menschen funktioniert -sollte sie also bei Ihnen nicht anschlagen, müssen Sie sich über die anderen Ansätze informieren und etwas experimentieren-, und dass die Ergebnisse in Ausnahmefällen wieder rückgängig gemacht werden können. Wenn sich nach einiger Zeit ein zuvor erfolgreich behandeltes Trauma wieder meldet, genügt es, dass Sie die Behandlung wiederholen. Allerspätestens nach dem dritten oder vierten Mal ist das Ergebnis dann endgültig, allerdings ist nur sehr selten Wiederholungen erforderlich.

Noch eine Empfehlung, die nicht aus der Problemtherapie sondern aus der Erforschung sogenannter Gipfel-Zustände kommt: auch nachdem Ihre subjektive Belastung den Wert Null erreicht hat, fahren Sie noch mindestens eine komplette Runde mit der Klopf-Sequenz fort. Dadurch eröffnen Sie sich die Chance, nicht nur Ihren gewohnten Normal-Zustand zu erreichen, den Sie immer haben wenn Sie keine bewusste Belastung durch ein akutes Problem erleben, sondern diesen Normal-Zustand auf ein höheres Niveau zu heben. Es kann nämlich sein, dass das Trauma, welches sie gerade bearbeiten, auch dafür verantwortlich ist, dass Ihre alltägliche Erfahrung von „normal“ nicht so friedvoll, glücklich, leicht, entspannt, klar, hell oder frei ist, wie sie sein könnte. Jedes mal eine Extra-Runde zu klopfen ist unserer Meinung nach eine geringe Investition, verglichen mit der Aussicht einer dauerhaften Anhebung des Alltagszustandes.

Die Regressions-Therapien

Dann gibt es noch die Regressions-Therapien. Die sind zumeist etwas schmerzhafter, gehen nicht ganz so schnell von statten, sind dafür bei allen Menschen wirksam, und was einmal geheilt ist bleibt es auch, also keine Umkehr möglich. Als simples und effizientes Beispiel dieser Richtung werden wir Ihnen hier das sogenannte Ganzherzige Heilen (Whole Hearted Healing WHH) von Grant McFetridge vorstellen. Auch dafür können Sie ein -allerdings zur Zeit nur englischsprachiges- Handbuch kostenlos herunter laden von www.peakstates.com.

WHH Kurzbeschreibung

  • Finden Sie ein Problem in Ihrem Leben, oder das Problem findet Sie, jedenfalls etwas, mit dem Sie gefühlsmäßig nicht zu Rande kommen. Versuchen Sie nicht zu analysieren, sondern notieren Sie den Auslöser (z.B. „Ich bin allen egal!“), sowie Ihre Seite der Situation, beispielsweise „zornige Hilflosigkeit“, „Einsamkeit und Schwächegefühle“, oder „ungläubige Entrüstung und ein klares ‚Nein‘ zu dieser Situation“, bzw. Körperwahrnehmungen wie „Würgen im Hals“ oder „Druck auf meinem Herzen“.
  • Verstärken Sie das Gefühl oder die Körperwahrnehmung, falls das geht. Schauen Sie, wo das Gefühl im Körper sitzt bzw. welche Emotion in der Körperwahrnehmung steckt.
  • Erinnern Sie sich an andere Gelegenheiten, in denen Sie sich ganz genau so gefühlt haben; die Situationen können sehr unterschiedlich gewesen sein, halten Sie sich an Gefühl und Körperwahrnehmung. Nehmen Sie dann das älteste Ereignis heran, auch wenn Sie sich nicht mehr an Begleitumstände erinnern sollten.
  • Beginnen Sie die Heilung: Legen Sie eine Hand auf Ihr Herz, damit es Ihnen leichter fällt im Körper zu bleiben, denn das ist der wichtigste Teil der Technik. Wenn Sie sich in inneren Bildern selbst „da draußen“ sehen, verschmelzen Sie mit diesem Selbst. Wenn das schwierig ist, aktivieren Sie bewusst Ihre Liebe für das verlassene Selbst, entspannen Sie Zwerchfell, Hals und Kiefer und versuchen Sie es erneut. Gehen Sie nah heran und ziehen Sie sich das Selbst über wie einen Pullover.
  • Bleiben Sie in dem intensivsten Moment der Situation, lieben Sie sich selbst und spüren Sie alle Gefühle und Körperwahrnehmungen. Beabsichtigen Sie nicht irgend etwas zu verändern, lieben Sie sich einfach selbst genau so wie Sie sind, und ertragen Sie diesen erstarrten Moment der Vergangenheit.
  • Ertragen Sie die Situation und das Gefühl so lange, bis sich etwas ändert. Vielleicht tauchen Worte oder eine Phrase auf, die auf einen Glaubenssatz deuten, der zusammen mit diesem Trauma entstanden ist. Oder eine andere Emotion, eine frühere Situation treten in den Vordergrund. Wiederholen Sie dann die letzten drei Schritte mit dem neuen Gefühl oder der neuen Körperwahrnehmung, auch wenn Sie den Kontext nicht kennen sollten. Fühlen Sie die Emotion, spüren Sie, wo sie im Körper sitzt, und lieben Sie sich selbst -und fahren Sie damit fort bis sich etwas ändert. Sollten Sie einen Punkt erreichen, an dem Sie überzeugt sind, dass sich dieses Gefühl niemals ändern wird, so haben Sie ungefähr zwei Drittel bereits hinter sich gebracht.
  • Sie sind fertig wenn nur mehr Gemütsruhe, Friede und Leichtigkeit übrig sind. Sollte das zuletzt geheilte, also das unterste Trauma im Stapel vorgeburtlich gewesen sein, werden Sie sich zusätzlich als sehr groß und hell erleben. Verbleiben Sie zumindest einige Minuten in diesem Zustand indem Sie sich ganz im Jetzt aufhalten, um zu schauen ob keine weiteren Traumen auftauchen. Sollte sich noch etwas zeigen so beginnen Sie wieder mit dem Punkt ‚Heilung‘. Oftmals meint man fertig zu sein, da tauchen plötzlich wieder auf – das ist ein Zeichen, dass sie ein Trauma ‚tiefer‘ gerutscht sind, d. h. der dauerhaften Lösung einen großen Schritt näher gekommen sind. (Dazu eine Erklärung des Konzeptes ‚Trauma-Stapel‘.)
  • Überprüfen Sie Ihr Ergebnis, indem Sie den anfangs notierten Auslöser hernehmen. Außer friedlicher, gelassener Leichtigkeit dürfte die Ausgangssituation im Erfolgsfall nichts mehr hervor rufen. Sollte noch andere Emotionen aufsteigen, beginnen Sie wieder beim Punkt ‚Heilung‘, oder notieren Sie sich das für die nächste Sitzung.

Soviel zu den Techniken. Es gibt noch einige weitere, über die ebenfalls viel Gutes zu berichten wäre, aber das Wichtigste ist wohl, dass Sie das hier dargelegte Wissen zur Verbesserung Ihrer subjektiven Situation einsetzen. Nach unserer Erfahrung ist es für die meisten Menschen am ratsamsten, eine Kombination von WHH und EFT zu verwenden: Während Sie sich in die Emotion und Körperempfindung sinken lassen wie unter „Heilung“ beschrieben, klopfen Sie den sog. „Gamut-Punkt“ (Bild) am Handrücken, zwischen verlängertem Kleinen Finger und Ringfinger.

Es gibt auch immer mehr Therapeutinnen bzw. Heilpraktikerinnen, welche mit diesen Techniken arbeiten. Die folgenden kennen und empfehlen wir:

  • Gudrun Lüderitz, D-23701 Eutin-Sibbersdorf, Tel: +49 4521 7969250, Mobil: +43 160 91749445
  • Georg Parlow, A-1150 Wien, Storchengasse 24, Tel: +43 650 88 99 345
  • Rita Harm, A-1050 Wien, Schönbrunnerstr. 147, Tel: +43 699 19675264
  • Gerda Dassing, D-17166 Groß Roge, Mieckow-Ausbau 01, Tel: +49 39978 51280
  • Margot Malten, Kirch-Siebnach 5, D-86833 Ettringen, Tel: +49 8249 / 9693330